„Die Zeit beim Jungen IR prägt mich bis heute“

Juni 23, 2026 | Wirtschaft

Janine Simmann war von 2016 – 2019 die erste Sprecherin des Jungen Initiativkreises Ruhr. Im Jubiläumsjahr erinnert sich die heutige Leiterin der Unternehmenskommunikation bei der RAG-Stiftung zurück an die Zeit vor 10 Jahren – und wie die Erfahrungen, die sie damals sammelte, ihren Karriereweg geprägt haben.

 

Frau Simmann, Sie waren die erste Sprecherin des Jungen IR. Wie denken Sie heute, 10 Jahre später, an die Zeit zurück?

Ich denke sehr gern an diese Zeit zurück. Wir bekamen damals die Chance, etwas völlig Neues aufzubauen: ein Netzwerk junger Fach- und Führungskräfte, das im Ruhrgebiet über Unternehmensgrenzen hinweg Impulse setzt – modern, konstruktiv, offen für den Wandel.  Dass der Junge IR heute sein 10-jähriges Jubiläum feiert, freut mich deshalb sehr.

 

Damals hatten Sie, gemeinsam mit Ihrem Co-Sprecher Oliver Munnes von BP, viele Projekte initiiert. Welches Projekt ist Ihnen am besten in Erinnerung?

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Meme-Kampagne #läuftimRuhrgebiet. Für die Wirtschaftskommunikation war der Ansatz damals ungewöhnlich: Mitmach-Elemente, eine gute Portion Selbstironie gepaart mit Selbstbewusstsein und authentische Lieblingsorte. Gerade weil die Kampagne so überraschend war, hatte sie eine große Reichweite erzielt. Dass wir sie sogar in der damaligen Landesregierung präsentieren durften, hat uns gezeigt: Wenn man Kommunikation anders denkt, kann man viel bewegen. Wichtig war aber auch die Arbeit an unserer Satzung – sie war die formale Geburtsstunde des Jungen IR und ein intensiver gemeinsamer Prozess.

 

Was macht das Netzwerk nach Ihrem Dafürhalten so besonders?

Der Junge IR bringt Perspektiven zusammen, die sonst selten in einem Format aufeinandertreffen: unternehmerisches Denken, regionale Verantwortung und die Motivation junger Menschen, Veränderungen aktiv zu gestalten. Besonders wertvoll sind die unterschiedlichen fachlichen Hintergründe, die persönliche Nähe zu Zukunftsthemen des Ruhrgebiets und die Gestaltungsfreiheit, die der Initiativkreis Ruhr und seine Moderatoren dem Gremium geben. Im Jungen IR entstehen nicht nur Ideen – sie werden auch umgesetzt. Genau das braucht eine Region im Wandel.

 

Wie hat Sie die Zeit im Jungen IR für Ihren weiteren beruflichen Werdegang geprägt?

Die Zeit im Jungen IR hat viele Themen zusammengeführt, die mich beruflich bis heute begleiten: regionale Entwicklung, Kommunikation, strategisches Denken und die Frage, wie Veränderung konkret gestaltet werden kann. Vor allem aber durfte ich erleben, wie wertvoll funktionierende Netzwerke sind – und wie viel sich durch sie bewegen lässt.

 

Wie hat sich das Ruhrgebiet in den vergangenen 10 Jahren verändert?

Unsere Kampagne #läuftimruhrgebiet sollte mit überholten Klischees aufräumen und das verzerrte, „angestaubte“ Selbstbild der Region korrigieren. Heute erlebe ich das Ruhrgebiet selbstbewusster, internationaler und digitaler. Viele Ideen von damals sind inzwischen Realität: neue Innovationsverbünde, Reallabore, stärkere Kooperationen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Das frühere Narrativ „Strukturwandel als Problem“ hat sich zunehmend zu „Strukturwandel als Kompetenz“ entwickelt. Und genau diese Kompetenz braucht es, um die zentralen Transformationsthemen der nächsten Dekade zu meistern.

 

Was wünschen Sie Ihren Nachfolgerinnen und Nachfolgern beim Jungen IR?

Ich wünsche ihnen vor allem, dass sie die Freiräume nutzen, die das Netzwerk bietet. Der Junge IR lebt davon, dass Young Professionals Verantwortung übernehmen und Themen mutig voranbringen. Und ich wünsche ihnen, dass sie den offenen, konstruktiven Spirit weitertragen, der das Netzwerk von Beginn an geprägt hat. Ich finde es großartig, dass es nun auch ein Alumni-Netzwerk gibt und freue mich schon auf ein Wiedersehen.