Lernpaten und Demokratieprojekte: Erfolgsgeschichten für Hochfelder Jugendliche

Sandra Galuszka vor dem Büro der Urbanen Zukunft Ruhr (UZR) in der Gerokstraße. Fotocredit: Marc Albers.
Sandra Galuszka managt seit drei Monaten bei der Urbanen Zukunft Ruhr die Lernpaten und Demokratieprojekte. Wir haben Sie zum Interview getroffen.
Bitte stell Dich einmal vor!
Ich bin Sandra Natalia Galuszka, 38 Jahre alt, in Polen geboren und in Duisburg-Rheinhausen aufgewachsen. Seit 1. April dieses Jahres bin ich Projektleiterin bei der Urbanen Zukunft Ruhr. Mich interessiert die Veränderungsbereitschaft bei jungen Menschen. Derzeit liege ich parallel in den letzten Zügen mit meinem Studium der Sozialen Arbeit an der Universität Duisburg-Essen.
Was ist Deine Aufgabe bei der UZR?
Ich leite die Demokratieprojekte im Blauen Haus und Falkenheim in Duisburg-Hochfeld. Die derzeit 43 und Lernpatinnen und -paten, die Kinder an den Grundschulen im Stadtteil unterstützen, werden von mir koordiniert. Die Patinnen und Paten sind Jugendliche aus der Oberstufe des Mercator-Gymnasiums und der Globus Gesamtschule, die die Kinder aus den Grundschulen Hochfelder Markt und Brückenstraße im Offenen Ganztag beim Schreiben und Rechnen unterstützen, mit ihnen lesen und spielen. Im Projekt „Platz ohne Namen“ beschäftigen sich Kinder und Jugendliche mit der Umgestaltung eines öffentlichen Platzes. Außerdem bin ich die Social Media Managerin bei der UZR und betreue den Instagram-Kanal. Ein bisschen Mädchen für alles (lacht).
Wie sieht Dein typischer Arbeitstag aus?
Den gibt es gar nicht, jeder Tag ist anders und hat einen anderen Ablauf. Das macht den Job auch so spannend und abwechslungsreich. Letzte Woche hat uns der WDR für einen Beitrag über die Lernpaten besucht; das Kamerateam habe ich bei den Dreharbeiten begleitet. Und davor die Woche lief der Workshop „Platz ohne Namen” im Blauen Haus, in dem Kinder und auch Erwachsene aus dem Stadtteil Ideen für einen öffentlichen Raum sammeln und gestalten sollten. Die Vorschläge legen wir der Stadt vor. Und ich sitze natürlich auch hier in unserem Büro in der ehemaligen Kneipe „Heimat Hochfeld”, welches bereits als Anlaufstelle und auch Aufenthaltsmöglichkeit von den Menschen im Stadtteil sehr gut angenommen wird. Hier bieten unsere Community Scouts unter anderem Informationsangebote für die rumänischen und bulgarischen Bewohnerinnen und Bewohner an, um sie in Bildung und Arbeit zu bringen.
Was sind Alltagshürden für die Kinder und Jugendlichen in Hochfeld?
Eine Herausforderung, die mir immer wieder begegnet, ist, dass viele Kinder und Jugendliche zu Hause nur wenig Unterstützung erfahren. Das bestätigen auch unsere Lernpatinnen und Lernpaten, die sich mit großem Engagement einsetzen.
Hast Du schon eine Erfolgsgeschichte zu erzählen?
Ja, viele sogar. Ein schönes Beispiel stammt aus unserem Lernpatenprojekt. Da die Oberstufenschülerinnen und -schüler für ihre Tätigkeit ein Honorar erhalten, benötigen sie ein eigenes Bankkonto. Gerade einige Mädchen, insbesondere aus Familien, in denen finanzielle Angelegenheiten häufig von den Eltern geregelt werden, hatten bislang noch kein eigenes Konto. Durch diesen Schritt übernehmen sie erstmals selbst Verantwortung für ihre Finanzen und gewinnen ein Stück Selbstständigkeit.
Was wünschst Du Dir für Hochfeld?
Ich wünsche mir, dass sich die vielen engagierten Akteurinnen und Akteure im Stadtteil noch stärker vernetzen und ihre Aktivitäten besser aufeinander abstimmen. Im Austausch mit Menschen, die Hochfeld seit vielen Jahren begleiten, wird deutlich, dass sich der Stadtteil bereits sehr positiv entwickelt hat.