Louis Philippson beim Klavier-Festival Ruhr: Heimspiel für den TikTok-Star unter den Pianisten

Mai 11, 2026 | Kultur

Der Mülheimer Star-Pianist Louis Philippson. Foto: Gregor Hohenberg

Der 25-jährige Mülheimer ist der Shooting-Star der Klassik-Szene. Auf TikTok begeistert er ein ganz junges Publikum für klassische Musik, und mit seinen eigenen Kompositionen genauso das etablierte Konzert-Publikum. Beim diesjährigen Klavier-Festival Ruhr spielt er am 15. Juni in seiner Heimatstadt. Wir haben vorab mit ihm gesprochen.

 

Louis, Du machst im Rahmen des Klavier-Festival Ruhr mit Deiner Tour „Klassik für Alle“ am 15. Juni Station in der Mülheimer Stadthalle. Wie sehr freust Du Dich, in Deiner Heimatstadt aufzutreten? 

Ich freue mich riesig darüber, endlich in meiner Heimatstadt aufzutreten. Ich weiß schon von vielen Freunden, Familienmitgliedern und ehemaligen Lehrern und Lehrerinnen, dass sie sich Tickets geholt haben und ich denke, es wird ein absolutes Highlight für mich sein auf dieser Tour.

Was erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer bei Deinem Konzert? 

Ein bunter Mix aus allem Guten. Ob pure Klassik, Klassik-Arrangements, Klassiker der Filmmusik oder auch moderne Popsongs, alles ist dabei. Besonders freue ich mich, wie bei jedem meiner Konzerte, selbst durch den Abend zu führen und mit dem Publikum zu interagieren.

Du wirst immer wieder dem Genre der Neoklassik zugeordnet, um Deine Musik und Deine Kompositionen zu beschreiben. Trifft es das?  

Meine eigenen Kompositionen würde ich persönlich auch der Neoklassik zuordnen, da ich einerseits minimalistische, fast songartige Melodien liebe. Diese bilden in Konzerten einen spannenden Kontrast zu den klassischen Werken. Andererseits lasse ich mich auch von klassischen Themen inspirieren und baue diese in meine Kompositionen ein. Aber es stimmt: Beides würde ich tatsächlich am ehesten der Definition von Neoklassik zuordnen.

In einem Interview hast Du gesagt, dass Du die Generation Z für Klassik begeistern möchtest. Die Followerzahlen auf Deinen Social-Media-Kanälen geben Dir Recht. Kommen die Jugendlichen auch zu Deinen Konzerten oder folgen Sie Dir eher online? 

Ich möchte gerne alle von Klassik begeistern, egal ob Gen Z, Y, X oder noch weiter im Alphabet. Aber ja, das Publikum bei meinen Konzerten ist im Durchschnitt jünger, als es bei klassischen Konzerten sonst üblich ist. Was mir auffällt, ist, dass häufig mehrere Generationen gemeinsam zu meinen Konzerten kommen. In der Signierstunde steht dann da die Enkelin, die ihre Mama und Oma mitgenommen hat. Oder auch andersherum!

Mit Deinen Kompositionen baust Du nicht nur Brücken zwischen Klassik und zeitgenössischer Musik, sondern auch zwischen den Generationen. In welcher Altersgruppe hast Du denn die meisten Fans? 

Auf meinen Plattformen ist vor allem meine Generation, also die Gruppe zwischen 18 und 30 Jahren, stark vertreten. Aber ganz ehrlich:  Auch die Altersgruppen darunter und drüber liegen fast alle im zweistelligen Prozentbereich.

Du bist in Mülheim an der Ruhr aufgewachsen, im ländlich geprägten Süden der Stadt. Mittlerweile wohnst Du in Berlin. Bist Du noch oft zu Besuch im Ruhrgebiet? 

Ich bin an der Grenze zwischen Saarn und Selbeck aufgewachsen, habe in Saarn die Grundschule am Klostermarkt besucht und anschließend das Gymnasium Broich. Für Heimatbesuche habe ich momentan zu wenig Zeit, obwohl meine Familie größtenteils noch im Pott wohnt. Daher freue ich mich umso mehr, direkt am Morgen nach dem Konzert meine Runden auf dem Auberg zu laufen.