Modellprojekte
für Deutschland

Ideen und Impulse aus dem Ruhrgebiet und NRW

Diese 15 Projekte aus Nordrhein-Westfalen sind erprobte Blaupausen zur Umsetzung zentraler Ziele der Bundesregierung. Sie zahlen unmittelbar auf die Vorhaben der Koalition aus CDU/CSU und SPD ein.

Das Ruhrgebiet und Nordrhein-Westfalen stehen für erfolgreiche Transformation. Der Initiativkreis Ruhr zeigt mit konkreten Projekten, wie Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zentrale Herausforderungen aktiv lösen. 

Die vorgestellten Projekte liefern praxisnahe Ansätze für industrielle Transformation, Energieversorgung, digitale Souveränität und die Zukunft des Standorts Deutschland. Sie sind als übertragbare Blaupausen angelegt und zeigen, was heute schon funktioniert. 

Damit diese Lösungen bundesweit wirken können, braucht es die richtigen politischen Rahmenbedingungen: Verlässliche und technologieoffene Regulierung, schnellere Genehmigungs- und Zulassungsverfahren, Investitions- und Finanzierungssicherheit  und Skalierung erfolgreicher Pilotprojekte.

Die folgenden Projekte machen sichtbar, wie diese Hebel konkret greifen können. Der Initiativkreis Ruhr bündelt als einzigartiges Netzwerk führender Unternehmen und Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft die nötige Praxisnähe und Umsetzungskraft, um tragfähige Lösungen zu entwickeln und in die Anwendung zu bringen. 

Offizielle Übergabe des Projektpapiers an die Bundesregierung

Ein Jahr nach Amtsantritt der Bundesregierung setzten wir ein konstruktives Zeichen: Gemeinsam mit unseren Persönlichen Mitgliedern und weiteren Vertreterinnen und Vertretern überreichten wir Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche unser erarbeitetes Projektpapier. Begleitet wurde die Übergabe in Berlin von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski.

„Die Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zeigen: Transformation entsteht dort, wo entwickelt, gebaut und skaliert wird. Hier werden Herausforderungen nicht nur beschrieben, sondern in konkrete Lösungen übersetzt. Genau dieser Unternehmergeist und diese Hands-on-Mentalität stärken unseren Wirtschaftsstandort.“-Katherina Reiche

Delegation von Partner-Unternehmen des Initiativkreis Ruhr bei Katherina Reiche in Berlin

Wirtschaft
& Industrie

PHOENIX

Chemisches Recycling von Matratzen ermöglicht geschlossene Stoffkreisläufe und reduziert CO₂-Emissionen. In der EU werden jährlich rund 40 Millionen Matratzen entsorgt, meist verbrannt oder deponiert, wodurch wertvolle Rohstoffe verloren gehen. Dafür braucht es die rechtliche Gleichstellung chemischen Recyclings sowie klare Rahmenbedingungen für Sammlung und Skalierung.

H₂-READY-GASKRAFTWERK

Wasserstofffähige Gaskraftwerke sichern die Energieversorgung und ermöglichen den Übergang zur Klimaneutralität. Mit Kohleausstieg und wachsendem Anteil erneuerbarer Energien fehlt gesicherte, flexibel abrufbare Leistung für Lastspitzen und Dunkelflauten. Erforderlich sind eine schnelle Umsetzung der Kraftwerksstrategie und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

SUPERCLUSTER RESILIENZ

Das Startup-Ökosystem stärkt die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen und beschleunigt Innovation. Zunehmende Bedrohungen wie Cyberangriffe und Versorgungsengpässe treffen auf fehlende Strukturen zur schnellen Überführung von Innovationen in die Praxis. Nötig sind schnellere Förderprozesse sowie rechtssichere Rahmenbedingungen für Kooperation und Datennutzung.

ENERGIE &
VERSORGUNG

AMMONIAK-CRACKER

„Mit unserem Ammoniak-Cracker schaffen wir die fehlende Brücke für Deutschlands Wasserstoffimporte: Wasserstoff kann mithilfe dieser Technologie in Form von Ammoniak transportiert und vor Ort wieder freigesetzt werden. Gemeinsam mit thyssenkrupp Uhde bauen wir in Scholven eine der weltweit ersten Demonstrationsanlagen dieser Art. Die Anlage kann 28 Tonnen Ammoniak täglich in hochreinen Wasserstoff spalten und ist Wegbereiter und zugleich Blaupause für das geplante Importterminal in Wilhelmshaven. Das Ruhrgebiet zeigt hier, was NRW auszeichnet: industrielles Know-how, bestehende Infrastruktur und die Fähigkeit, die Energiewende konkret umzusetzen – für die Technologien von morgen.“ Michael Lewis, Chief Executive Officer (CEO), Uniper

ENERPORT II

Das intelligente Energiesystem in Duisburg macht Häfen zu klimafreundlichen und resilienten Energie-Hubs. Steigender Energiebedarf trifft in Häfen auf begrenzte Netzkapazitäten und regulatorische Unsicherheiten. Notwendig sind verlässliche Rahmenbedingungen wie die Förderung von Landstrom und die Integration innovativer Systeme in nationale Strategien.

AGRI-PV BEDBURG

Die Kombination von Landwirtschaft und Solarenergie steigert Flächeneffizienz und Klimaresilienz. Landwirtschaft und Energieerzeugung konkurrieren um knappe Flächen, während gleichzeitig der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden muss. Dafür braucht es angepasste Förderrahmen sowie vereinfachte Genehmigungsverfahren.

BAU &
INFRASTRUKTUR

NEXIGEN-GRÜNSTAHL

CO₂-reduzierter Stahl und modulares Bauen ermöglichen schnellere und nachhaltigere Bauprojekte. Das Bauwesen verursacht hohe Emissionen bei gleichzeitig steigendem Bedarf und langen Bauzeiten. Erforderlich sind stärkere Förderung klimafreundlicher Bauweisen sowie verbindliche CO₂-Standards.

EDGITAL

Digitale Zwillinge und KI ermöglichen eine vorausschauende Instandhaltung von Straßeninfrastruktur. Wachsende Schäden werden oft zu spät erkannt, was Kosten erhöht und Sicherheitsrisiken schafft. Nötig sind Pilotanwendungen im Straßennetz sowie die Integration digitaler Systeme in bestehende Verfahren.

KLIMAQUARTIER.NRW

Serielle Sanierung ermöglicht klimaneutrale Wohnquartiere bei minimaler Bauzeit und Belastung. Die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden ist bislang zu langsam, teuer und belastend für Bewohner. Dafür braucht es verlässliche Förderanreize sowie Unterstützung bei Skalierung und Qualitätssicherung.

DIGITALE SICHERHEIT & SOUVERÄNITÄT

QKD-FORSCHUNGSLABOR

Das Zertifizierungssystem für Quantenkommunikation stärkt digitale Sicherheit und Souveränität. Es fehlen bislang geprüfte Standards und vertrauenswürdige Systeme für den breiten Einsatz von Quantenkommunikation. Erforderlich sind einheitliche Zertifizierungsstandards sowie eine stärkere Verankerung in Strategie und Förderung.

YEXIO

Dezentrale Edge-Rechenzentren stärken digitale Souveränität und Energieeffizienz. Steigende Anforderungen durch KI und Cloud treffen auf regulatorische Hürden und komplexe Genehmigungsverfahren. Nötig sind praxistaugliche Regulierung und schnellere Planungsprozesse.

AIDA

Der KI-gestützter Entwicklungsassistent (AIDA für AI + IDE (Integrated Development Environment) + AGENT) automatisiert Softwareprozesse und steigert Effizienz in der Verwaltung. Die öffentliche Verwaltung steht vor Fachkräftemangel und hohem Aufwand in der Softwareentwicklung. Dafür braucht es klare rechtliche Rahmenbedingungen für KI sowie Integration in staatliche Plattformen.

GESUNDHEIT & PFLEGE

INSTITUT FÜR KÜNSTLICHE INTELLIGENZ IN DER MEDIZIN

KI-Anwendungen aus realen Klinikdaten verbessern Versorgung und beschleunigen medizinische Innovation. Eingeschränkter Datenzugang und komplexe Regulierung bremsen derzeit noch den Einsatz von KI im Gesundheitswesen. Nötig sind rechtssichere Datennutzung sowie schnellere Zulassungsverfahren.

LINDENBLÜTEN

Ruheständlerinnen und Ruheständler unterstützen als flexible Betreuungskräfte ältere Menschen im Alltag und ermöglichen ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu Hause. Mittels einer digitalen Plattform im Web oder als App finden Seniorinnen und Senioren die passenden Betreuungskräfte. Dafür braucht es finanzierte Qualifizierung sowie eine rechtliche Verankerung im Pflegesystem.

TELENOTARZT

Die digitale Unterstützung durch Notärzte verbessert die Versorgung und entlastet Rettungskräfte. Versorgungslücken und steigende Anforderungen belasten das Rettungssystem besonders in ländlichen Bereichen, während einheitliche Standards fehlen. Erforderlich sind bundesweit klare Regelungen sowie gesicherte Finanzierung.

Ideen und Impulse aus dem Ruhrgebiet und NRW