TalentAward Ruhr: Drei Auszeichnungen für gesellschaftliches Engagement im Bereich Talentförderung

Nov. 14, 2025 | Bildung, Events

Die Preisträger:innen des TalentAward Ruhr 2025: Dr. Jana Emmrich, Pourya Solizadeh und Berat Davulcu. Fotograf: Marc Albers/TalentMetropole Ruhr

Ohne ehrenamtliches Engagement geht es nicht – das gilt für viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, insbesondere für die Bildungsarbeit. Deshalb hat die Stiftung TalentMetropole Ruhr den TalentAward Ruhr in diesem Jahr an Menschen verliehen, die sich mit großem persönlichen und gesellschaftlichen Engagement für junge Menschen im Ruhrgebiet einsetzen. Am Donnerstag, 13. November 2025, wurden drei Talentfördernde und ihre vorbildhaften Projekte im Bereich Nachwuchsförderung ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert und fließt direkt in die jeweiligen Bildungsangebote.

„Mit dem TalentAward Ruhr zeichnen wir Menschen aus, die mit Kreativität und Ausdauer neue Wege der Talentförderung im Ruhrgebiet gehen“, betonte Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung und Bildungsbeauftragte des Initiativkreises Ruhr. „Durch ihr persönliches Engagement zeigen sie, wie stark Eigeninitiative und Verantwortung unsere Gesellschaft prägen können. Ihre Arbeit öffnet Perspektiven und schafft echte Chancen für junge Menschen – so können Bildungsaufstiege gelingen.“

Seit 2013 wurden mit dem TalentAward Ruhr engagierte Persönlichkeiten aus dem Ruhrgebiet ausgezeichnet, die insgesamt 53 Projekte erfolgreich umgesetzt haben.
Zu den Preisträger:innen zählen Menschen, die in den Bereichen (Aus-)Bildung, Lehre, Studium oder Erziehung tätig sind und junge Talente auf ihrem Bildungsweg unterstützen. Gefördert wird der TalentAward Ruhr vom Initiativkreis Ruhr, der RAG-Stiftung, Evonik Industries AG und der Stiftung – Dein Zuhause hilft.

„Talentförderung bedeutet, Potenziale zu erkennen, Vertrauen zu schenken und Wege zu ebnen“, sagte Dr. Britta L. Schröder, Geschäftsführerin der TalentMetropole Ruhr. „Unsere diesjährigen Preisträger:innen zeigen eindrucksvoll, dass Einsatzbereitschaft und Empathie zentrale Schlüssel für Integration, Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt sind.“

 

Das sind die Preisträger:innen 2025:

Berat Davulcu: „Ich bin selbst ein Arbeiterkind und setze mich daher für mehr Chancengerechtigkeit ein.“
Der 25-jährige Heil- und Inklusionspädagoge Berat Davulcu gründete das Projekt „Talentscouting trifft Jugendarbeit“ in der islamischen Gemeinde Herne-Röhlinghausen, um mehr Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen bietet er dort kostenlose Nachhilfe, Workshops zu Lernstrategien, Methodenkompetenz und Selbstorganisation sowie individuelle Beratung an – in einer Atmosphäre, die Gemeinschaft und Motivation stärkt.
Darüber hinaus finden Kinder und Jugendliche in der Gemeinde Rückhalt und Orientierung durch gemeinsame Freizeitaktivitäten und soziales Engagement. Die Gemeinde ist zudem bekannt für ihre interreligiöse Arbeit, die Brücken baut und Gemeinsamkeiten betont.

Dr. Jana Emmrich: „Ich wurde selbst gefördert – jetzt möchte ich etwas zurückgeben.“
Die 50-jährige Lehrerin und Pianistin Dr. Jana Emmrich aus Marl gründete 2022 den Verein VEST ohne Grenzen e.V., um Kinder und Familien mit Flucht- und Migrationshintergrund unbürokratisch und individuell zu unterstützen. Der Verein bietet Sprachförderung, Nachhilfe, Freizeitangebote oder finanzielle Hilfen und stärkt Kinder in ihren persönlichen Talenten – unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus. Musik spielt dabei eine zentrale Rolle: Durch gemeinsames Singen und Musizieren fördert Emmrich Integration, Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen. Sie möchte mit ihrem Engagement gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen und mehr Menschen dazu motivieren, sich ebenfalls zu engagieren.

Pourya Solizadeh: „Beim Training sind wir alle gleich – und wir alle können voneinander lernen.“
Der 27-jährige Pourya Solizadeh, mehrfacher Weltmeister in Muay Thai und Mitglied der deutschen Nationalmannschaft, setzt sich mit großem gesellschaftlichen Engagement für Inklusion im Kampfsport ein. Inspiriert durch seine Schwester mit Behinderung gründete er in Dortmund den Verein Sparringpartnerforyou e.V., in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam und gleichberechtigt trainieren – kostenlos. Solizadeh fördert durch seine Arbeit das Miteinander, die Chancengerechtigkeit und die Vielfalt der Gesellschaft. 2024 führte der Verein das erste Inklusive Kampfsportturnier mit einem speziell entwickelten Boxring durch, der auch Rollstuhlnutzer:innen die Teilnahme ermöglicht. Die Veranstaltung setzte ein starken Zeichen: Inklusion ist machbar – und hier sichtbar.

Talente fördern, Berufe entdecken, Fachkräfte sichern

Mit vielfältigen Bildungsangeboten zur Talentförderung und Berufsorientierung im Ruhrgebiet/ NRW setzt sich die Stiftung TalentMetropole Ruhr für Kinder und Jugendliche ein. Durch praxisnahe Workshops, Unternehmensbesuche, Ferienprogramme & Co. erhalten sie die Möglichkeit, sich auszuprobieren, ihre Stärken zu entdecken und Berufe kennenzulernen, die zu ihren individuellen Talenten passen. Gefördert werden engagierte junge Menschen – insbesondere aus weniger privilegierten Familien. Die Ziele: Bildungsaufstiege fördern und Fachkräfte sichern. Hierfür arbeitet die TalentMetropole Ruhr mit einem breiten Netzwerk aus Schule, Wirtschaft, NGOs und Politik zusammen. Neben ihren eigenen Projekten unterstützt die Stiftung weitere innovative Angebote und fördert Austausch und Kooperation. So wurden in zehn Jahren bereits 320.000 Talente entlang der Bildungskette erreicht, jedes Jahr kommen neue hinzu. Die Stiftung TalentMetropole Ruhr ist eine gemeinnützige Tochtergesellschaft der Initiativkreis Ruhr GmbH. Weitere Informationen unter: www.talentmetropoleruhr.de.